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Pentatonisches Kyrie (Christoph Dalitz, 1990)

Der Ruf "Kyrie eleison" der Mess-Lithurgie kann sowohl als Bitte um Erbarmen aufgefasst werden, als auch als Huldigungsruf, der das Erbarmen des Herren preist. Diese Vertonung ist im letzteren Sinne gemeint, was speziell in der archaischen Klanglichkeit (Pentatonik, überwiegend "leere" Quintklänge) der beiden "Kyrie" Abschnitte deutlich wird.

Das "Christe eleison" macht dagegen durch eine andere Klanglichkeit (mehr Terzen in den Zusammenklängen, Aufbrechen der Pentatonik durch chromatische Leittöne) deutlich, dass sich das Erbarmen in Christus gezeigt hat. Der Wechsel von zweiteiligem und dreiteiligem Rhythmus ("tempus imperfectum" versus "perfectum") und die Mehrdeutigkeit des 6/8-Taktmaßes (mal in 3-3, mal in 2-2-2 eingeteilt) stehen für die Menschwerdung Gottes in Christus.

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